Die Wasserschutzpolizei Hessen

31.07.2020 | Hessisches Bereitschaftspolizeipräsidium

 

Vier schwere Streifenboote der Wasserschutzpolizei Hessen auf dem Rhein vor der Landeshauptstadt Wiesbaden

Die Aufgaben

Die Hessische Wasserschutzpolizei nimmt die allgemein- sowie die schifffahrtspolizeilichen Aufgaben auf den Binnenwasserstraßen und in den Häfen des Landes Hessen wahr.

Wasserschutzpolizeidienststellen vor Ort

Dienststellen der Wasserschutzpolizei des Landes Hessen (581 kb) - Übersicht aller Dienststellen und Posten

Ein Schwerpunkt der Aufgaben liegt dabei auf den Bundeswasserstraßen Rhein und Main, die jährlich von ca. 100.000 Binnenschiffen befahren werden. Nicht zu unterschätzen ist weiterhin auch der hohe Freizeitwert der hessischen Binnenwasserstraßen, der zu steigenden Zahlen im Bereich der Sportschifffahrt sowie der Nutzung ufernaher Räume für Freizeitaktivitäten führt.

Erfreulich ist, dass die Zahl der Schiffsunfälle in den letzten Jahren stetig vermindert werden konnte. Problematischer sind allerdings zunehmend die Unfallfolgen, da Größe und Tragfähigkeit der Binnenschiffe ständig wachsen und der Anteil gefährlicher Güter an der Ladung zunimmt.

Diese Entwicklung bedingt eine stetige Anpassung der technischen Ausstattung sowie permanente Fortbildung der eingesetzten WSP-Beamtinnen und -Beamten.

Die WSP-Zusatzausbildung

Die Vielseitigkeit der wasserschutzpolizeilichen Aufgaben setzt eine umfangreiche Aus- und Fortbildung voraus. Zusätzlich zum absolvierten Fachhochschulstudium, das jede(r) Polizeivollzugsbeamte/-in absolvieren muss, ist eine dreijährige WSP-Fachausbildung vorgeschrieben, um den wasserschutzpolizeilichen Anforderungen gerecht zu werden.

Gemeinsame Übung mit den Spezialeinsatzkommandos

Diese gliedert sich in theoretische und praktische Ausbildungsabschnitte, die bei der Abteilung Wasserschutzpolizei,den nachgeordneten WSP-Dienststellen und der Wasserschutzpolizeischule (WSPS) in Hamburg durchgeführt werden.

Die WSP-Ausbildung in der Übersicht

  • Übernahme zur Wasserschutzpolizei und Zuweisung zu einer WSP-Dienststelle. Bedingung: Abgeschlossene polizeiliches Fachhochschulstudium, DLRG-Rettungsschwimmabzeichen Bronze
  • Einführungslehrgang auf einem Polizeiboot, Dauer: 7 Wochen
  • Wasserschutzpolizei (WSP)-Fachlehrgang-Binnen an der Wasserschutzpolizeischule Hamburg, Dauer: 3 Monate, Abschluss mit schriftlicher und mündlicher Prüfung
  • WSP-Ausbildungslehrgang-Sprechfunkzeugnis Binnen (UBI) an der Wasserschutzpolizeischule Hamburg, Dauer: 3 Tage, mit Prüfung
  • Bootsführerprüfung nach 2-jähriger WSP-Zugehörigkeit mit schriftlicher, mündlicher und praktischer Prüfung
  • Ausbildungslehrgang Radar an der Wasserschutzpolizeischule Hamburg nach bestandener Bootsführerprüfung, Dauer: 2 Wochen, mit theoretischer und praktischer Prüfung
  • Nach Abschluss der WSP-Zusatzausbildung erfolgt die Erteilung des Behördenpatentes für den Rhein

Boote

Festrumpfschlauchboot in voller Fahrt auf dem Rhein

Für den Einsatz - auch unter schwierigsten Bedingungen - stehen der Hessischen Wasserschutzpolizei 8 schwere Streifenboote und 13 leichte Streifenboote zur Verfügung. Die auf einem Anhänger mitgeführten leichten Streifenboote sind schnell und hochflexibel, um auch in Flachwasserbereichen vollumfänglich einsatzfähig zu sein.

  • Für BSOD-Einsätze auf und an den Wasserstraßen stehen 4 Festrumpfschlauchboote mit starker Motorisierung (200 PS / Geschwindigkeit: bis zu 80 km/h) zur Verfügung.
  • Die Ausrüstung umfasst u. a. Polizei-, Schiffssicherheits- und Rheinfunk, Radar, Echolot, Wärmebildkamera sowie Pumpen zur Fremd- und Eigenlenzung.
  • Für die gezielte Absuche von Gewässern kommt nach Anforderung ein Sonarboot zum Einsatz.

Informationen und Flyer für Sie zum Download

Bundesweite Aktionstage Gewässer- und Umweltschutz – Kontrolle von Fahrgastkabinenschiffen

09.05.2022 | Hessische Wasserschutzpolizei
Bundesweite Aktionstage Gewässer- und Umweltschutz – Kontrolle von Fahrgastkabinenschiffen

Mit den Bundesweiten Aktionstagen Gewässer- und Umweltschutz (BAGU) werden die Wasserschutzpolizeien der Länder erstmalig gemeinsam die Einhaltung umweltrechtlicher Bestimmungen im Bereich der Schifffahrt überprüfen. Die Gesamtkoordination für die „BAGU“ hat die Wasserschutzpolizei Hamburg übernommen.

Die Wasserschutzpolizei (WSP) Hessen beteiligte sich mit umfangreichen Kontrollen an dieser Aktion.

Der Transport von Gütern und Personen auf den Wasserstraßen erfordert den Einsatz entsprechender Güter, Tank- und Fahrgastschiffe. Einträge durch den Schiffsbetrieb, beispielsweise Rückstände aus Maschinenräumen, Verbrennungsabgase, Grau- und Schwarzabwässer, Ladungsrückstände und Waschwasser, Ballastwasser und Abfälle stellen eine hohe Belastung für die Gewässer und die Umwelt dar. Zur Reduzierung dieser Umweltbelastungen wurden auf internationaler und nationaler Ebene Regelungen vereinbart.

Die Wasserschutzpolizeien der Bundesländer führen erstmalig eine gemeinsam koordinierte Kontrollaktion durch, um flächendeckend die Einhaltung dieser Umweltregelungen zu überprüfen und präventiv bzw. repressiv Verstöße zu entdecken und zu ahnden.

Bundesweite Aktionstage Gewässer- und Umweltschutz – Kontrolle von Fahrgastkabinenschiffen

Die hessische Wasserschutzpolizei beteiligt sich mit verschiedenen Kontrollmaßnahmen landesweit an den Aktionstagen vom 25.04.2022 bis zum 01.05.2022. So bildet die Überprüfung von Fahrgastkabinenschiffen und deren Umgang mit häuslichem Abwasser einen Schwerpunkt der Tätigkeiten.

Am 27.04.2022 wurden in Rüdesheim am Rhein am Anleger 4 erneut Fahrgastschiffe auf die Einhaltung des Übereinkommens über die Sammlung, Abgabe und Annahme von Abfällen in der Rhein- und Binnenschifffahrt (CDNI) überprüft. Dabei bestätigte sich das bisher positive Bild der letzten Kontrollen und es konnten keine Verstöße festgestellt werden. Wobei Ordnungswidrigkeiten in diesem Bereich können mit bis zu 50.000,- € geahndet werden.

Bundesweite Aktionstage Gewässer- und Umweltschutz – Kontrolle von Fahrgastkabinenschiffen

In Rüdesheim kommt es pro Jahr zu ca. 2600 Anlegungen von Fahrgastkabinenschiffen mit durchschnittlich 150 – 230 Passagieren pro Schiff. Pro Person und Tag fallen 150 bis 200 Liter Abwasser an und müssen entsprechend umweltschonend behandelt und entsorgt werden. An den Anlegern in Rüdesheim stehen dafür entsprechende Ableitungen in die örtliche Kanalisation zur Verfügung, ebenso Zuleitungen für Frischwasser. Der an Bord anfallende Klärschlamm wird durch Abfallentsorger übernommen und die geklärten und gereinigten Abwässer können dann in den Fluss geleitet werden.

Bundesweite Aktionstage Gewässer- und Umweltschutz – Kontrolle von Fahrgastkabinenschiffen

Die umfangreichen Schiffs-, Container, Umschlags- und Direkteinleiter-Kontrollen führten zu folgenden Ergebnissen:

In zwei Fällen ergaben die Überprüfungen, dass unbefugt Abwässer in den Rhein geleitet wurden. Hier wurden entsprechende Strafverfahren wegen Verdachts der Gewässerverunreinigung (§ 324 StGB) eingeleitet.

Als Gesamtbilanz der BAGU-Aktionswoche bleibt festzuhalten:
Bei insgesamt 66 Kontrollmaßnahmen wurden mehrere Straf- und Ordnungswidrigkeitsanzeigen gefertigt, die nun den zuständigen Behörden vorgelegt werden.